Mitarbeitende allein zuhaus: Wenn Homeoffice zur Isolation wird
„Überraschend ist weniger die Richtung der Befunde als ihre Deutlichkeit."
— Heike Ohlbrecht, Soziologin, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Der stille Rückzug: Isolation im Homeoffice in Zahlen
Was die Forschung über Homeoffice und Psyche zeigt
Die Soziologin Heike Ohlbrecht von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bewertet die zugrunde liegende Studie als empirisch überzeugend, weist jedoch darauf hin, dass die Befunde nicht als eindeutige Kausalität einzustufen sind.¹ Bemerkenswert ist für sie vor allem die Deutlichkeit der Ergebnisse – sie zeigen, dass Unternehmen nicht nur Orte der Leistungserbringung sind, sondern soziale Räume, in denen Freundschaft, Gemeinschaft, Anerkennung und Zugehörigkeit entstehen.¹ Dieser soziale Integrationsraum kann durch Homeoffice erodieren und dadurch langfristig die soziale Einbindung von Erwerbstätigen schwächen.¹ Auch die Arbeit selbst schafft täglich zufällige soziale Kontakte – etwa den kurzen Austausch in der Kaffeeküche – und bringt Menschen zusammen, die sich sonst nie kennengelernt hätten. Die Forschung spricht hier von sogenannten „Brückenbeziehungen”.¹
Der Teufelskreis Alleinsein und die Rolle von Unternehmen
Gemeinsam statt einsam – unsere Angebote gegen Isolation im Arbeitsalltag
Company Move unterstützt Unternehmen mit praxisnahen Angeboten, die gezielt an sozialer Verbindung und mentaler Gesundheit ansetzen:
- Adventure Walk – Gemeinsame Bewegung und echter Austausch abseits des Bildschirms
- Vortrag „Achtsamkeit” – Hintergrundwissen und Impulse für den Umgang mit sozialer Isolation
- Vortrag „Mentale Gesundheit” – Fundiertes Wissen für ein gesünderes Miteinander im Team
- Oder aber ein spaßiges Modul für Teambuilding
Ihr Entwicklungsimpuls: Veränderung ist ein Prozess
Soziale Routinen, die sich im Homeoffice verloren haben, kommen nicht von selbst zurück. Genau wie sich Isolation oft schleichend und unbemerkt einschleicht, braucht auch der Weg zurück zu mehr Verbindung Zeit, Geduld und bewusste kleine Schritte. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein normaler Prozess – niemand muss von heute auf morgen wieder mitten im sozialen Geschehen stehen. Entscheidend ist, überhaupt wieder ins Handeln zu kommen, auch mit kleinen Gesten.
Praxis-Impuls: Der bewusste Kontakt-Moment
Eine einfache, sofort umsetzbare Übung für den (Homeoffice-)Arbeitsalltag:
- Wählen Sie einmal täglich eine Kollegin oder einen Kollegen bewusst aus.
- Senden Sie eine kurze Nachricht oder rufen Sie kurz an – ganz ohne fachlichen Anlass, einfach um zu fragen, wie es der Person geht.
- Nehmen Sie sich für das Gespräch oder den Austausch mindestens 5 Minuten Zeit, ohne nebenbei etwas anderes zu erledigen.
- Achten Sie bewusst darauf, wie sich dieser kurze, echte Kontakt anfühlt – oft wirkt er stärker nach, als man zunächst erwartet.
Dieser kleine Impuls lässt sich leicht in den Alltag integrieren und wirkt gezielt den zufälligen sozialen Kontakten entgegen, die im Homeoffice häufig fehlen.
Fazit
Homeoffice und soziale Verbindung müssen sich nicht ausschließen – aber sie entstehen nicht automatisch nebeneinander. Unternehmen, die aktiv Räume für echten Austausch schaffen, stärken nicht nur die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, sondern auch den Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit im Team. Der erste Schritt beginnt oft mit einer bewussten Standortbestimmung.
Sprechen Sie uns an und vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch, um herauszufinden, wie soziale Verbindung in Ihrem Unternehmen gezielt gestärkt werden kann.
