Das Sonnen-Vitamin [Beitrag]

Mitarbeitende bei einem Vitamin-D-Screening am Gesundheitstag im Unternehmen

Müde, anfällig, antriebslos? Warum der Vitamin-D-Spiegel Ihres Teams im Winter oft unbemerkt sinkt

Wenn die Tage kürzer werden, sieht man in vielen Büros mehr müde Gesichter und hört mehr verschnupfte Stimmen. Müdigkeit und Infektanfälligkeit können viele Ursachen haben. Eine davon bleibt im Alltag oft unbemerkt: ein sinkender Vitamin-D-Spiegel, den die wenigsten Menschen spüren. Die gute Nachricht: Der Vitamin-D-Status lässt sich messen. Wer ihn kennt, muss nicht raten, sondern kann gemeinsam mit Fachleuten entscheiden, ob und was zu tun ist. Für Unternehmen ist das eine niedrigschwellige Form der Prävention, die sich ohne großen Aufwand für die ganze Belegschaft anbieten lässt.

„Vitamin D kann aber im Körper gespeichert werden."

Das Sonnenvitamin fehlt – Wie verbreitet ein Vitamin-D-Mangel im Winterhalbjahr ist

Wie es um die Vitamin-D-Versorgung in Deutschland steht, hat das Robert Koch-Institut im Rahmen der bundesweiten Gesundheitsstudie DEGS1 (2008 bis 2011) untersucht. Bei knapp 7.000 Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren wurde der Vitamin-D-Status im Blut bestimmt. Der Mittelwert lag bei 45,6 nmol/l. 61,6 Prozent der Teilnehmenden erreichten den als wünschenswert geltenden Wert von 50 nmol/l nicht, 30,2 Prozent lagen sogar unter 30 nmol/l 2. Auch das BfR, die DGE und das MRI halten fest, dass fast 60 Prozent der Bundesbürger:innen die wünschenswerte Blutkonzentration nicht erreichen, bei der Mehrheit aber kein Mangel im engeren Sinne vorliegt 1.

Besonders deutlich wird das Saisonmuster: Zwischen Juni und September erreichte etwa die Hälfte der Frauen Werte von mindestens 50 nmol/l, bei den Männern galt das bis Oktober. Im Winterhalbjahr dagegen hatte jede vierte Person Werte unter 30 nmol/l (Männer von November bis April, Frauen von November bis Mai) 2. Zur Einordnung: Die Daten sind einige Jahre alt, doch das Forschungsteam stellte fest, dass sich der Status gegenüber der Vorgängererhebung von 1998 kaum verändert hatte 2.

Warum die Sonne im Winter nicht reicht und was Vitamin D im Körper leistet

Vitamin D nimmt unter den Vitaminen eine Sonderstellung ein, weil der Körper es selbst bilden kann – und zwar unter dem Einfluss von UV-B-Strahlung in der Haut. Bei regelmäßigem Aufenthalt im Freien trägt diese körpereigene Bildung hierzulande zu 80 bis 90 Prozent zur Versorgung bei, die Ernährung nur zu 10 bis 20 Prozent. Mit den üblichen Lebensmitteln nehmen wir in Deutschland lediglich 2 bis 4 Mikrogramm pro Tag auf 1. Das Problem: In den Monaten von Oktober bis März ist die Sonnenstrahlung in Deutschland nicht stark genug, um ausreichend Vitamin D zu bilden 1. Deutschland liegt zwischen dem 47. und 55. Breitengrad, ganzjährig ausreichende UV-B-Strahlung gibt es erst unterhalb des 35. Breitengrads 2.

Hier kommt der Speicher ins Spiel: Der Körper lagert Vitamin D vor allem im Fett- und Muskelgewebe ein. Diese Reserven tragen im Winter zur Versorgung bei und lassen sich ab dem Frühjahr wieder auffüllen 1. Weil die Halbwertszeit bei etwa vier bis sechs Wochen liegt, sinken die Werte im Herbst oft zeitverzögert 2.

Und wofür braucht der Körper Vitamin D? Es regelt den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, fördert die Härtung der Knochen und beeinflusst die Muskelkraft 1. Nach einer in der EU zugelassenen Angabe trägt Vitamin D außerdem zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei 3. Für weitergehende Effekte, etwa auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, ist die Beweislage dagegen weniger eindeutig 1. Gemessen wird der Vitamin-D-Status über die Konzentration von 25-Hydroxyvitamin D im Blutserum 1.

Erst messen, dann handeln: Der richtige Umgang mit dem Vitamin-D-Ergebnis

Ob die eigene Versorgung ausreicht, lässt sich weder fühlen noch über die Ernährung zuverlässig abschätzen. Müdigkeit und Infektanfälligkeit sind unspezifisch, und auch die Erfassung der Ernährung eignet sich laut BfR, DGE und MRI nicht, um den tatsächlichen Versorgungszustand zu beurteilen 1. Verlässlichen Aufschluss gibt nur eine Messung im Blut.

Dabei ist ein ehrlicher Blick auf die Empfehlungslage wichtig: Die Fachgesellschaften empfehlen die Bestimmung vor allem bei begründetem Verdacht auf eine Mangelsituation oder bei Risikopersonen 1. In DEGS1 gingen niedrigere Werte unter anderem mit der Winterzeit, geringer sportlicher Aktivität, höherem Körpergewicht und hoher Bildschirmnutzung einher 2. Wer überwiegend in Innenräumen arbeitet, kann solche Faktoren eher mitbringen. Ein Vitamin-D-Check ist deshalb vor allem ein freiwilliges Orientierungsangebot: Eine Messung im Herbst zeigt, mit welchem Status ein Team in die dunkle Jahreszeit startet, eine zweite im Frühjahr, wie sich der Status über den Winter entwickelt hat.

Bei der Einordnung der Werte gilt: Unter 30 nmol/l spricht man von einem Vitamin-D-Mangel, ab 50 nmol/l von einer guten Versorgung im Hinblick auf die Knochengesundheit. Dazwischen liegt eine unzureichende Versorgung, die noch kein Mangel im engeren Sinne ist 1. Sehr hohe Werte ab 125 nmol/l können auf eine mögliche Überversorgung hinweisen 4. Ein Schnelltest, wie ihn Company Move im Vitamin-D-Screening einsetzt, liefert eine Momentaufnahme und ordnet das Ergebnis in die Kategorien „mangelhaft”, „unzureichend” oder „ausreichend” ein. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose; auffällige Ergebnisse gehören in ärztliche Hände.

Das gilt besonders für Nahrungsergänzungsmittel. BfR, DGE und MRI empfehlen Vitamin-D-Präparate nur dann, wenn eine unzureichende Versorgung nachgewiesen wurde und sich die Versorgung weder über die Ernährung noch über die körpereigene Bildung verbessern lässt. Bei ausreichend Aufenthalt im Freien und ausgewogener Ernährung ist eine gute Versorgung häufig auch ohne Präparate möglich. Eine Überdosierung entsteht nicht durch Sonnenlicht, sondern nur durch zu hohe Zufuhr über Präparate 1. Ob, in welcher Menge und wie lange ergänzt wird, sollte daher immer anhand des Messwerts und in Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt entschieden werden, nicht pauschal „auf Verdacht”.

Ihr Team im Winter gut versorgt: Unsere Lösungen für Ihr Unternehmen

Company Move unterstützt Sie dabei, das Thema Vitamin D niedrigschwellig in Ihrem Unternehmen zu verankern:

  • Vitamin-D-Screening – Schnelltest mit einem Tropfen Blut aus der Fingerbeere, ca. 15 Minuten pro Person. Das Ergebnis wird in „mangelhaft”, „unzureichend” oder „ausreichend” eingeordnet, inklusive persönlicher Auswertung und Beratung durch Fachpersonal.
  • Gesundheits-Check – Themenseite mit dem Überblick über die Gesundheits-Checks und Screenings von Company Move.
  • Bewusste Ernährung – Themenseite mit Impulsen und Angeboten rund um ausgewogene Ernährung im Arbeitsalltag.
  • Standaktionen – Gesundheit & Ernährung – Kompakte Infostände direkt am Arbeitsplatz, die niedrigschwellig für gesunde Ernährung und mehr Wohlbefinden sensibilisieren.
  • Gesundheitstage & Module – Individuell zusammenstellbare Gesundheitstage, in die sich das Screening mit Analysen, Workshops und Teamaktionen einbinden lässt.
  • BGM Mobil – Das voll ausgestattete Fahrzeug bringt Beratungen, Analysen und Teamevents direkt zu Ihnen, auch wenn keine geeigneten Räume vorhanden sind.

Ihr Entwicklungsimpuls: Veränderung ist ein Prozess

Die Versorgung mit einem Nährstoff verbessert sich nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch Gewohnheiten, die sich über Wochen und Monate festigen. Dass neue Routinen Zeit brauchen und nicht jeden Tag gleich gut gelingen, ist ein normaler Lernprozess und kein Zeichen mangelnder Disziplin. Entscheidend ist, klein anzufangen und dranzubleiben.

Praxis-Impuls: Der Fisch-Tag

Eine einfache Ernährungsroutine für den Arbeitsalltag:

  1. Ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch wie Lachs, Hering oder Makrele auf den Speiseplan setzen 1.
  2. Dafür einen festen Wochentag wählen, zum Beispiel für das gemeinsame Mittagessen oder in der Kantine.
  3. Ergänzend kommen Eier und einige Speisepilze infrage, die Vitamin D allerdings in deutlich geringeren Mengen enthalten 1.

Wichtig zu wissen: Die Ernährung allein deckt nur einen kleinen Teil des Vitamin-D-Bedarfs 1. Der Fisch-Tag ist ein guter Baustein, ersetzt aber weder Aufenthalte im Freien noch bei Bedarf die ärztliche Abklärung. Bei Unverträglichkeiten oder besonderen Ernährungsformen lässt sich die Routine entsprechend anpassen.

Fazit

Der Vitamin-D-Status schwankt mit den Jahreszeiten, und im Winterhalbjahr fällt er bei vielen Menschen niedriger aus. Eine Messung schafft Klarheit statt Vermutungen. Ob zusätzliche Maßnahmen nötig sind, entscheidet der Messwert gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt, nicht die Gießkanne. Für Unternehmen ist ein Vitamin-D-Screening ein niedrigschwelliger Einstieg in die Prävention, der sich gut mit Ernährungs- und Bewegungsangeboten verbinden lässt.

Möchten Sie Ihr Team jetzt fit für Herbst und Winter machen? Sprechen Sie uns an – gemeinsam finden wir die passenden BGM-Maßnahmen für Ihr Unternehmen.

Quellenverzeichnis

1 Bundesinstitut für Risikobewertung, Deutsche Gesellschaft für Ernährung & Max Rubner-Institut. (2012). Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D. Gemeinsame FAQ vom 22. Oktober 2012. Abgerufen von https://www.dge.de/fileadmin/dok/gesunde-ernaehrung/faq/DGE-BfR-MRI-FAQ-Vitamin_D_de-2012.pdf

2 Rabenberg, M., Scheidt-Nave, C., Busch, M. A., Rieckmann, N., Hintzpeter, B., & Mensink, G. B. M. (2015). Vitamin D status among adults in Germany – results from the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1). BMC Public Health, 15, Article 641. https://doi.org/10.1186/s12889-015-2016-7

3 Europäische Kommission. (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Erstellung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Amtsblatt der Europäischen Union, L 136.

4 Stiftung Warentest. (o. J.). FAQ Vitamin D: Den Vitamin-Spiegel bestimmen. Abgerufen von https://www.test.de/FAQ-Vitamin-D-4677625-4723830/

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