Diese Zahl sagt mehr über Ihre Lebenserwartung aus als Ihr Cholesterinwert – kennen Sie Ihre VO₂max?
Die meisten Führungskräfte kennen ihren Blutdruck, ihren Cholesterinwert, vielleicht sogar ihren Blutzucker. Doch der Wert, der laut aktueller Forschung am engsten mit Herzgesundheit und Lebenserwartung zusammenhängt, bleibt oft unbeachtet: die VO₂max. Lange galt sie als Kennzahl für Leistungssportler – ein Wert für Marathonläufer und Radprofis, nicht für den Arbeitsalltag. Diese Vorstellung greift zu kurz. Die VO₂max ist ein zentraler Gesundheitsindikator für alle Menschen, unabhängig vom Trainingszustand, und sie lässt sich gezielt beeinflussen. Wer sie kennt und trainiert, investiert direkt in seine Gesundheit und seine Lebensjahre.
„Im Ausdauersport ist die VO₂max der wichtigste Parameter." Sie beschreibt die größte Menge Sauerstoff, die ein Mensch unter Belastung aufnehmen, transportieren und verwerten kann.
— Prof. Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler und Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung, Deutsche Sporthochschule Köln
Warum die meisten Führungskräfte ihre stärkste Gesundheitskennzahl nicht kennen
Die VO₂max, also die maximale Sauerstoffaufnahmekapazität, spiegelt wider, wie leistungsfähig Herz, Kreislauf, Lunge und Muskulatur im Zusammenspiel arbeiten. Je mehr Blut das Herz pro Minute durch den Körper pumpt, desto mehr Sauerstoff kann aus der Atemluft aufgenommen und zur arbeitenden Muskulatur transportiert werden. Damit ist die VO₂max ein zuverlässiger Indikator für die kardiorespiratorische Leistungsfähigkeit einer Person – und für das Potenzial ihrer aeroben Ausdauer.
Was diesen Wert für Unternehmen besonders relevant macht: Eine umfassende Metaanalyse von Kodama und Kollegen, die im Fachjournal JAMA erschien, untersuchte den Zusammenhang zwischen kardiorespiratorischer Fitness und dem Risiko für koronare Herzkrankheit sowie Gesamtmortalität bei gesunden Erwachsenen. Das Ergebnis: Wer über eine geringe Fitness verfügt, trägt ein deutlich höheres Risiko, frühzeitig zu versterben oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, als Personen mit hoher kardiorespiratorischer Fitness.1 Diese Zahlen zeigen: Die VO₂max ist kein Wert für den Sport allein – sie ist ein Frühindikator für die Gesundheit einer ganzen Belegschaft.
Was die Wissenschaft über Sauerstoffaufnahme und Herzgesundheit zeigt
Wissenschaftlich betrachtet ist die VO₂max das Ergebnis eines fein abgestimmten Systems: der sauerstoffaufnehmenden, -transportierenden und -verwertenden Organe. Studien belegen eine enge inverse Korrelation zwischen der VO₂max und der kardiovaskulären Morbidität und Mortalität – je höher der Wert, desto geringer das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken oder zu versterben.
Auch Langzeitstudien untermauern diesen Zusammenhang: Eine finnische Kohortenstudie von Laukkanen und Kollegen, veröffentlicht in den Mayo Clinic Proceedings, betonte die Bedeutung einer über Jahrzehnte stabil gehaltenen kardiorespiratorischen Fitness für die Mortalität im höheren Lebensalter.2 Die VO₂max ist dabei zu einem großen Teil individuell bestimmt: Körpermasse, Muskelanteil, Alter, Geschlecht und Trainingszustand zählen zu den wichtigsten Einflussfaktoren. Bei Frauen liegt sie im Schnitt etwa 10 bis 15 Prozent unter der von Männern, und Menschen mit regelmäßigem Ausdauertraining erreichen deutlich höhere Werte als untrainierte Personen.
Vom Leistungssport-Mythos zum Langlebigkeits-Werkzeug für alle
Der entscheidende Unterschied zum verbreiteten Mythos: Die VO₂max ist nicht nur messbar, sie ist auch trainierbar – und das in einem beachtlichen Umfang. Die Trainierbarkeit liegt bei etwa 20 bis 50 Prozent. Wer im submaximalen bis hohen Intensitätsbereich trainiert, etwa zwischen 65 und 90 Prozent der eigenen VO₂max, kann die maximale Sauerstoffaufnahme gezielt steigern.
Damit wird deutlich: Die VO₂max ist kein exklusiver Wert für Athletinnen und Athleten, sondern ein zentraler Baustein für Longevity – für ein längeres, gesünderes und leistungsfähigeres Leben. Die American Heart Association empfiehlt in einem wissenschaftlichen Statement sogar, die kardiorespiratorische Fitness routinemäßig als klinischen Vitalparameter zu erfassen, gleichrangig zu Blutdruck oder Cholesterin.3 Wer im beruflichen Alltag Verantwortung trägt, profitiert doppelt: körperlich durch ein belastbareres Herz-Kreislauf-System und mental durch mehr Energie und Konzentrationsfähigkeit im Arbeitsalltag. Die gute Nachricht: Anders als viele genetisch stärker festgelegte Gesundheitsfaktoren lässt sich die VO₂max durch gezieltes, regelmäßiges Training aktiv positiv beeinflussen.
Unsere Lösungen für mehr Ausdauer und Herzgesundheit im Unternehmen
Sie möchten die VO₂max Ihrer Mitarbeitenden nicht nur thematisieren, sondern messbar machen? Das Problem klassischer Testverfahren: Eine präzise VO₂max-Bestimmung erfolgte bisher meist über einen Leistungstest bis zur Erschöpfung – mit Laufband, Ergometer und Atemmaske. Für den betrieblichen Alltag ist das denkbar unpraktisch: zeitintensiv, anstrengend und für viele Mitarbeitende eine echte Hemmschwelle.
Mit dem SeismoFit des dänischen MedTech-Unternehmens VentriJect entfällt diese Hürde. Das kleine, schachtelgroße Messgerät wird lediglich für rund 40 Sekunden auf den unteren Brustbereich geklebt – die Messung erfolgt dabei im Liegen, ganz ohne körperliche Belastung. Über hochsensible Sensoren erfasst das Gerät die feinsten mechanischen Schwingungen des Herzens (Seismokardiographie) und errechnet daraus mithilfe eines KI-gestützten Algorithmus, in Kombination mit Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht, einen präzisen VO₂max-Wert. In wissenschaftlichen Validierungsstudien zeigte sich diese Methode als vergleichbar genau zum klassischen Ausbelastungstest.
Für Ihr Unternehmen bedeutet das: Eine VO₂max-Messung, die in wenigen Minuten während der Arbeitszeit stattfinden kann – ohne Schweiß, ohne Ausrüstung und ohne dass Mitarbeitende sich körperlich überwinden müssen. Gerade Menschen, die sportlich weniger aktiv oder unsicher sind, erhalten so einen niedrigschwelligen, komfortablen Einstieg in ihre persönliche Gesundheitskennzahl. Damit wird die VO₂max vom abstrakten Laborwert zu einem alltagstauglichen Baustein Ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements.
Ihr Entwicklungsimpuls: Veränderung ist ein Prozess
Wer über Jahre wenig auf die eigene Ausdauer geachtet hat, wird die VO₂max nicht von einem Tag auf den anderen steigern. Das ist kein Rückschlag, sondern ein normaler Lernprozess: Der Körper braucht Zeit, um sich an neue Belastungsreize anzupassen, und auch unbewusste Bewegungsmuster verändern sich erst durch Wiederholung. Entscheidend ist nicht das Tempo der Veränderung, sondern die Konsequenz, mit der der erste Schritt gegangen wird.
Praxis-Impuls: Der einfache Gehintervall-Check
Ein niedrigschwelliger Einstieg, um ein Gefühl für die eigene Ausdauer zu bekommen, ganz ohne Labor oder Testgerät:
- Gehen Sie zügig für 3 Minuten (Sie sollten sich noch unterhalten können, aber merklich schneller atmen).
- Gehen Sie anschließend 2 Minuten in normalem Tempo zur Erholung.
- Wiederholen Sie diesen Wechsel 4 bis 5 Mal.
Achten Sie dabei einfach darauf, wie schnell sich Ihre Atmung in den Erholungsphasen wieder normalisiert. Wird die Erholung mit der Zeit schneller, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass sich Ihre Ausdauerleistungsfähigkeit bereits verbessert.
Fazit
Die VO₂max ist weit mehr als eine Zahl für den Sportuhren-Bildschirm. Sie ist ein wissenschaftlich fundierter Indikator für Herzgesundheit, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit – und sie lässt sich aktiv trainieren. Wer diesen Wert für sich und sein Team kennt, kennt einen der wirkungsvollsten Hebel für nachhaltige Gesundheit im Unternehmen.
Kennen Sie Ihre Zahl? Lassen Sie Ihre VO₂max jetzt professionell erfassen und starten Sie mit einem klaren Ausgangspunkt in Ihr individuelles Trainingsprogramm. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung.
1 Kodama, S., Saito, K., Tanaka, S., Maki, M., Yachi, Y., Asumi, M., Sugawara, A., Totsuka, K., Shimano, H., Ohashi, Y., Yamada, N., & Sone, H. (2009). Cardiorespiratory fitness as a quantitative predictor of all-cause mortality and cardiovascular events in healthy men and women: A meta-analysis. JAMA, 301(19), 2024–2035. https://doi.org/10.1001/jama.2009.681
2 Laukkanen, J. A., Zaccardi, F., Khan, H., Kurl, S., Jae, S. Y., & Rauramaa, R. (2016). Long-term change in cardiorespiratory fitness and all-cause mortality. Mayo Clinic Proceedings, 91(9), 1183–1188.
3 Ross, R., Blair, S. N., Arena, R., Church, T. S., Després, J.-P., Franklin, B. A., … Wisløff, U. (2016). Importance of assessing cardiorespiratory fitness in clinical practice: A case for fitness as a clinical vital sign. A scientific statement from the American Heart Association. Circulation, 134(24), e653–e699.
4 Froböse, I. (persönliche Mitteilung/Interview). Beat Yesterday – Nachgefragt: Was bringen Leistungstests?
